Chronik

Im Jahr 1927 gründen im Gasthof „Zum Hirsch“ in Oberkochen Karl Betzler, Hans Elmer, Franz Ganter, Hermann Spranz, Josef Wingert, Paul Bauer, Josef Kopp, Josef Maier, Karl Hägele jun., Karl Gold (Marx), Karl Hägele sen., Franz Wunderle, Josef Trittler und Josef Elmer den Musikverein Oberkochen. Obwohl im Jahr 1926 dieser Gedanke schon einmal reifte und durch fehlende finanziellen Mittel noch nicht verwirklicht werden konnte.

Mit viel eigener Initiative, aber auch mit Hilfe von Freunden und Gönnern wuchs der Verein. So setzte sich dieser im Gründungsjahr aus 19 aktiven und 115 passiven Mitgliedern zusammen. Der erste Dirigent war Herr Georg Pommerenke aus Heidenheim an der Brenz. 1927 erzielte man schon beim Wertungsspiel in Ellwangen einen 1b-Preis. Im Juli 1928 wurde Herr Josef Fischer zum Vorstand des Vereins gewählt. Im Februar gibt der Verein sich eine Satzung. Durch gute finanzielle Verhältnisse ist es möglich, die Anschaffung von Instrumenten fortzusetzen, und wie aus den Protokollen hervorgeht, werden Veranstaltungen verschiedener Art abgehalten die bereits auf damalige Art zum kulturellen Leben Oberkochens beigetragen haben.

Zu dieser Zeit, hervorgerufen durch Anschaffung der Musikinstrumente und Noten ist das Eigenkapital des Vereins bedingt auch durch Aufnahme von Darlehen in damaliger Reichsmark, noch nicht vorhanden sondern bewegt sich noch in verschiedenen Schulden.

Dieser Zustand bessert sich im Laufe der Zeit durch die Auftritte der Kapelle an verschiedenen Veranstaltungen.

1930 wird Herr Bürgermeister Frank 1. Vorsitzender des Vereins. 1934 übernimmt Herr Erich Günther die Vereinsleitung. Herr Eisenlohr wird Kapellmeister. 1935 ist der Verein endlich Schuldenfrei. Mitwirkung bei verschiedenen Musikfesten und auch Auszeichnungen werden erspielt und bringen der Kapelle Ansehen. In den Jahren des 2. Weltkrieges kommt die Kapelle etwas weniger zur Geltung, da sich vereinzelt aktive Musiker dem Wehrdienst unterziehen müssen. Nach dem Waffenstillstand 1945 erliegt zunächst jegliches Vereinsleben aufgrund der Gesetzte der Militärregierung. Lediglich zu kirchlichen Anlässen ist das Auftreten der Kappel gestatten.

1947 normalisiert sich auch das Vereinsleben des Musikvereins wieder. Erich Günther führt weiterhin den Verein als 1. Vorsitzender.

Das Bezirksmusikfest in Oberkochen 1952, verbunden mit dem 25-jährigen Vereinsjubiläum wird zu einem bisher noch nicht erlebten Fest. Der Verein zählt zu dieser Zeit 25 aktive und 15 passive Mitglieder. Im Jahre 1954 wird Herr Erich Günther zum Bezirksvorsitzenden des Bezirks Kocher-Brenz gewählt.

Der Dirigent des Musikvereins, Herr August Eisenlohr, übergibt 1959 nach 24-jähriger Tätigkeit den Dirigentenstab an den neuen Dirigenten Herr Hans Schanelec.

Wegen Arbeitsüberlastung tritt Herr Erich Günther als 1. Vorsitzender zurück und Herr Robert Wolf wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der Verein zählt zu diesem Zeitpunkt 32 aktive und 265 passive Mitglieder.

1962 steht das Bundesmusikfest in Ludwigsburg im Mittelpunkt, wo die Kapelle erstmals in der Oberstufe teilnehmen wird. Weiterhin wirkt sie beim Konzert im „Blühenden Barock“ und bei der Sendung des Süddeutschen Rundfunks unter dem Motto „Mit Volksmusik ins Land hinaus“ mit.

Im Jahr 1963 wirkt die Kapelle beim Festumzug des Canstatter Volksfestes erstmals mit. Der richtet die Jahreshauptversammlung des Bezirkes II Kocher-Brenz im Deutschen Volksmusikverbund in Oberkochen im November aus. Anlässlich der Bezirksversammlung erhält Herr Erich Günther die höchste Musikerauszeichnung, die Bundesehrenmedaille am Band. Beim Bezirksmusikfest in Heidenheim wird 1964 der 1. Rang der Oberstufe von der Kapelle erreicht. Der Mitgliederstand ist zu dieser Zeit 293 Mitglieder.

1965 werden freundschaftliche Bande mit der Polizeimusik St. Gallen/Schweiz geknüpft, die Oberkochen besucht.

Im Jahr 1966 gibt es einen erneuten Dirigentenwechsel, Herr Erwin Köder übernimmt die musikalische Leitung der Kapelle. Der Verein zählt zum jetzigen Zeitpunkt 330 Mitglieder.

Im September 1967 feiert der Verein seinen 40. Geburtstag. Der 2. Vorsitzende, Herr Jakob Weber erhält die Bundesfördermedaille am Band. Im April erlebt der Verein zwei unvergessliche Tage durch den Gegenbesuch bei der Polizeimusik in St. Gallen. Diese freundschaftliche Bande bringen bereits einen weiteren Gegenbesuch in Oberkochen im September. Im April erhält der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Robert Wolff, das Bundesehrenzeichen in Gold für seine vorbildliche Mitarbeit. Herr Wolff ist auch seit 1960 der Schriftführer des Bezirkes. Im Jahre 1968 wird Dirigent Köder verabschiedet und Herr Josef Zeitler übernimmt die Kapelle.

Im März 1969 nimmt der Verein Abschied von seinem verstorbenen 2. Vorsitzenden, Herrn Jakob Weber, der jahrelang Mitgestalter des Vereins und durch sein Mäzenatentum die Pflege und Führung des Vereins und der Volksmusik unterstützt hat.

Die Kapelle wird zur Stadtkapelle ernannt. Im Jahr 1970 stellt sich zum erstem Mal das Tanzorchester des Musikvereins vor. Hans-Jürgen Kresse wird zum 2. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Der Verein zählt 40 aktive und 290 passive Mitglieder. Die Kapelle tritt 46 mal bei öffentlichen Veranstaltungen auf. Die Jugendgruppe wird weitergehend aktiviert.

Im Januar verstirbt der Ehrenvorsitzende des Vereins, Herr Erich Günther, im Alter von 71 Jahren.

1970 ist eines der arbeitsreichsten Jahre in der Geschichte des nunmehr 44-jährigen Vereins. Insgesamt werden 50 Probestunden und 120 Jugendausbildungsstunden durchgeführt. Der Kapelle gelingt ein unerwarteter Durchbruch in der Öffentlichkeitsarbeit durch zahlreiche Veranstaltungen.

1972 verlässt der Dirigent Josef Zeitler aufgrund seiner beruflichen Veränderung Oberkochen. Bruno Hahn übernimmt die Dirigentenstelle. Robert Wolff, 1. Vorsitzender des Vereins, erhält die Bundesfördermedaille am Bande in Silber. Verschiedene kulturelle Veranstaltungen und Tanzabende sowie Gesellschaftsabende führt der Verein durch. Der Verein hat sich nunmehr immer mehr zu einem Kulturträger der Stadt Oberkochen entwickelt.

1973 wird die Dirigentenstelle, die vorübergehend Herr Müller inne hatte, durch Herrn Kubaczyk besetzt. Leider nur kurze Zeit, da er aus gesundheitlichen Gründen wieder ausscheiden muss. Wieder stellt der Vizedirigent, Herr Bruno Hahn in selbstloser Weise zur Verfügung. Der Verein zählt 30 aktive Musiker, 15 Musikschüler und 224 Mitglieder.

Im September 1974 erhält der Verein durch Herrn Konrad Saur einen neuen Dirigenten und Diplom-Dirigenten.

Die Jugendarbeit wird erneuert, aktiviert und ausgebaut, um für die Kapelle entsprechend gut ausgebildeten Nachwuchs zu erhalten. Neben Saur sind auch aktiven Musiker Bruno Hahn, Hans-Jürgen Kresse, Günter Fischer und Christhardt Schrenk tätig.

165 Veranstaltungen bestritt der Verein im Jahr 1975. Die ersten Preise beim Musikwettbewerb in Hüttlingen und Bargau gehören zu den Höhepunkten und zeigen die neue und aufgeschlossene Basis der Kapelle. 28 Jugendliche befinden sich damals in der Ausbildung und 23 neue Mitglieder kann der Verein werben.

Im April 1976 stirbt im Alter von 76 Jahren der 1. Dirigent und Ehrendirigent des Musikvereins, Herr August Eisenlohr.

1977 kann der Verein sein 50-jähriges Bestehen feiern. Anlässlich dieses Jubiläums findet das Kreismusikfest mit Wertungsspiel und großem Umzug in Oberkochen statt. Die Stadtkapelle stellt ihre neuen Uniformen der Bevölkerung vor. Im Oktober wird Hans-Jürgen Kresse 1. Vorsitzender und damit Nachfolger von Robert Wolff, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wird.

1978 wird Horst Günther 2. Vorsitzender des Vereins.

Im Jahre 1979 erhält die Stadtkapelle unter Dirigent Konrad Saur beim Wertungsspiel in Waldhausen bei Lorch in der Oberstufe den 1. Rank mit Auszeichnung. Die Jugendkapelle erspielt sich beim Tag der Bläserschule in Ulm im Kritikspiel das Prädikat „sehr gut“. Höhepunkte des Jahres sind zweifellos die Aufnahme einer Schallplatte und Kassette.

1980 wird Ewald Ehm 2. Vorsitzender und Vizedirigent Bruno Hahn legt sein Amt nieder. Der Verein zählt 450 Mitglieder.

1981 zählt die Stadtkapelle 52 aktive Musiker. Die Kapelle spielt für Bundespräsident Carl Carstens, der während seiner Deutschlandwanderung den Volkmarsberg besucht.

1983 verlässt Konrad Saur als Dirigent die Stadtkapelle. Hans-Jürgen Kresse übernimmt dieses Amt übergangsweise.

Im Frühjahr 1984 wird Manfred Hanert Dirigent der Stadtkapelle. Mit ihm wird beim 6. Kreisverbandsfest in der Marschmusikbewertung ein 1. Rang mit Belobigung erzielt.

1985 erzielte die Stadtkapelle beim Wertungsspiel des Landesmusikfestes in Tuttlingen einen 1. Rang in der Höchststufe.

1987 kann 60 Jahre Musikverein gefeiert werden. Das Jubiläumskonzert im Carl-Zeiss-Saal mit den ehemaligen Dirigenten Schanelec, Zeitler, Köder, Hahn und dem derzeitigen Dirigenten Hanert wird ein voller Erfolg.

1988 wird die Bläserschule des Musikvereins gegründet.

Ab 1990 finden in regelmäßigen Abständen Informationsabende der Bläserschule statt, um Jugendliche zum Erlernen eines Instrumentes zu begeistern. Beim Wertungsspiel des Landesmusikfestes in Aalen erringt die Stadtkapelle in der Höchststufe einen 1. Rang. Die Kapelle umfasst 40 Mitglieder, davon 11 Jugendliche.

Im Jahr 1992 bestreitet die 39 Musiker zählende Stadtkapelle zwei Gemeinschaftskonzerte mit den Musikvereinen Hüttlingen und Essingen. Dirigent Manfred Hanert erhält die Dirigentennadel in Bronze.

1993 gibt Hans-Jürgen Kresse das Amt des 1. Vorsitz3enden an Rudolf Carl ab und erhält für 23-jährige Funktionärstätigkeit die Fördermedaille in Gold des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg. 25 Jahre Stadtkapelle: Anlässlich dieses Jubiläums findet im April im Carl-Zeiss-Saal ein Gemeinschaftskonzert der Vereine Oberkochen, Steinheim und Weißenstein statt. Im Juli verlässt Dirigent Manfred Hanert den Verein, Hans-Jürgen Kresse übernimmt das Amt kommissarisch.

Im Februar 1994 übernimmt Christian Lender die Dirigentenstelle der 37 Personen zählenden Stadtkapelle.

Bereits im Juli 1995 verlässt Christian Lender wieder Oberkochen, doch schon im Oktober kann Alexander Germani als Dirigent gewonnen werden.

1996 kann bei der Marschmusikbewertung in Rosenberg ein „sehr gut – gut“ erzielt werden. Die Kapelle zählt 39 Musiker davon 10 Jugendliche.

Rudolf Carls steht ab 1997 nicht mehr zur Wahl als 1. Vorsitzender. Trotz intensiver Suche kann kein Nachfolger gefunden werden. Deshalb übernimmt der 2. Vorsitzende Ewald Ehm diese Amtsgeschäfte kommissarisch. Mit einem Gemeinschaftskonzert mit den Vereinen Oberkochen und Königsbronn wird das 70jährige Vereinsjubiläum im Carl-Zeiss-Saal gefeiert. Anlässlich des Dirigentenjubiläums von Sepp Zeitler fährt der Musikverein nach Saulgau und nimmt dort an einem Konzert der Superlative teil. Im September fährt der Verein auf Einladung des MbB Georg Brunnhuber nach Bonn.

1998 stellt sich 1. Vorsitzender Ewald Ehm und Hauptkassierer Hubert Glaser nicht mehr zur Wahl. Durch den Beschluss der Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung wird der Ausschuss von 13 auf 9 Personen verkleinert. Ziel war hierbei, die Effektivität und Flexibilität des Ausschusses zu erhöhen. Die neue Struktur nach der Wahl sah wie folgt aus: 1. Vorsitzender Gerd Haupt, 2. Vorsitzender Thomas Brand, Hauptkassierer: Rainer Hausmann, Geschäftsführer: Günter Fischer, Leiter Bläserschule: Gerald Kresse, Schriftführer: Thomas Holdenried, Pressewart: Uwe Paap, und Technik: Horst Trittenbach. Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein Unterkochen anlässlich seines 50jährigen Jubiläums im Frühjahr 1998. Der Musikverein präsentiert sich bei einem Platzkonzert bei den Limes-Thermen in Aalen.

Der Dirigent Alexander Germani übergibt im Juli zeitweise an Vizedirigent Gerald Kresse. Im Juli verstirbt der ehemalige 1. Vorsitzende, Vizedirigent und langjährige Musiker des Vereins, Herr Hans-Jürgen Kresse. Durch seine langjährige Vorstandstätigkeit und seinen bespiellosen Einsatz im und für den Verein prägte er die Vereinsgeschichte der Stadtkapelle wie kein anderer. Für diese Leistung und das dabei zum Ausdruck gebrachte Engagement werden wir ihn stets in dankbarer und guter Erinnerung behalten.

1999 nimmt der Musikverein am 1. Open Air der Blasmusik in Bartholomä teil. Am Jahreskonzert in der Schwörzhalle präsentiert sich die neue Dirigentin Barbara Kochendörfer. Beim traditionellen „Fête de la Bière“ in Dives-sur-Mer wurden die freundschaftlichen Bande vertieft. Der absolute Veranstaltungshöhepunkt war die Ehrungsveranstaltung unter der Schirmherrschaft von Herrn Landrat Klaus Pavel. Über 70 Mitglieder konnten erstmals in der Vereinsgeschichte für ihre langjährige Treue zum Verein in diesem besonderen Rahmen geehrt werden.

2000 führte der Musikverein erstmals mit der Musikschule in Oberkochen ein Gemeinschaftskonzert im Carl-Zeiss-Saal durch. Die Schirmherrschaft für dieses Konzert übernahm die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Frau Dr. Anette Schavan. Mit einem Besuch der Vorstandschaft in der Landeshauptstadt wurde die Unterstützung von Frau Dr. Anette Schavan speziell gewürdigt. Der Musikverein nimmt beim Wertungsspiel in der Oberstufe in Bettringen teil. Mit einem „sehr gut“ konnte die Kapelle ihr Können unter der Leitung von Frau Barbara Kochendörfer unter Beweis stellen. Beim 1. Ehemaligentreffen des MVO bei den Kleingärtnern konnten alte Bekannte begrüßt und alte Geschichten ausgetauscht werden. Mit Bildern und Filmen konnte die Vergangenheit wiederbelebt werden.

2001 steht schon ganz im Zeichen für das bevorstehende Jubiläum. Der Ausschuss und die aktiven Musiker haben sich für eine neue Uniform entschieden. Bei der Auswahl der Farben blau/gelb hat man sich als „Stadtkapelle“ zum Zeichen der Solidarität und Verbundenheit bewusst an den Farben des Stadtwappens der Stadt Oberkochen orientiert. Die Kapelle zählt 60 Musiker. Erstmals in der Vereinsgeschichte sind 5 Tuben vorhanden: Hubert Glaser, Tobias Meschenmoser, Harald Eberhart, Jürgen Müller und Horst Trittenbach. Über 60 Kinder und Jugendliche befinden sich in der Ausbildung im Musikverein. Beim Jahresausflug nach Südtirol wurden neue Freundschaften mit dem Musikverein Afing geknüpft. Beim traditionellen Adventskonzert wurde die neue Uniform der Öffentlichkeit erstmals präsentiert.