01.12.2018 Adventskonzert

Werner Kopke ist seit 70 Jahren beim Musikverein

Auszeichnungen Die Oberkochener Stadtkapelle ehrt ihre langjährigen aktiven und fördernden Mitglieder.
 

Oberkochen. Der Musikverein Oberkochen hat beim Adventskonzert auch zahlreiche Mitglieder geehrt. Mit dem würdig vorgetragenen Marsch „Herzog von Braunschweig“ beehrte die Stadtkapelle langjährige fördernde Mitglieder und verdiente Aktive.

Dirigent Hans-Gerd Burr wurde vom Ehrenvorsitzenden des Blasmusikverbands Ostalb, Bernhard Winter, für 40 Jahre aktiv in der Musik ausgezeichnet.

Die Ehrennadel in Bronze für zehn Jahre aktive Musikertätigkeit erhielt Valentin Hausmann, jene für 30 Jahre Stefan Knapp.

Für 20 Jahre fördernde Mitgliedschaft wurden Silke Brand, Andrea Elmer, Antonia Fischer, Franziska Fischer, Rudolf Fischer, Edgar Hausmann, Bettina Maier, Franz Maier, Norbert Nagel, Franz Niederhafner, Elisabeth Schoen, Klaus Schoen, Markus Schuhbauer, Wolfgang Stein und Birgit Wingert geehrt.

Seit 30 Jahren Mitglied im Oberkochener Musikverein ist Andreas Bich, seit 60 Jahren Albert Brenner und seit 70 Jahren Werner Kopke.

© Schwäbische Post Hr. Schell 05.12.2018

Adventskonzert zum vermeintlichen Abschied

Vereine Hans-Gerd Burr und der Musikverein unterhalten das Publikum in Oberkochen nicht zum letzten Mal.
 

Oberkochen. Ein Adventskonzert auf höchsten Niveau servierte der Musikverein Oberkochen in der Dreißentalhalle. Die Zuhörer waren aus dem Häuschen.

Er führt seinen Taktstock wie das Florett, er serviert Klangwolken, dirigiert mit Schwung und Ambition und steht für hohes Niveau“, sagte der Ehrenvorsitzende des Kreismusikverbands Ostalb Bernhard Winter. Geehrt wurde Burr für 40 Jahre aktives Wirken unter anderem im Verband. Zu diesem Zeitpunkt, wusste noch keiner in der Dreißentalhalle, dass dieses Adventskonzert der letzte Auftritt Burrs „im Oberkochener Dress‘“ sein würde.

Vor dem Konzert sagte Musikverein-Vorsitzender Thomas Capek gegenüber der SchwäPo: „Ja, Hans-Gerd Burr macht heute sein letztes Konzert, wir verlieren einen überragenden Dirigenten. “ Burr sein einer mit Zuckerbrot und Peitsche, einer der gefordert und mit viel Gespür für die Musik gefördert habe.

„Es ist immer wichtig, zum richtigen Zeitpunkt aufzuhören“, betonte Dirigent Burr. Die vergangenen fünf Jahre seien eine musikalisch fruchtbare Zeit gewesen. Am Ende des Konzerts überschlugen sich die Ereignisse. „Time to say good bye“, fiel aus, sichtlich bewegt von den „stehenden Ovationen“ des Publikums ließ sich Burr zum Weitermachen bewegen.

In der altehrwürdigen Dreißentalhalle brachte Burr seine Musiker wieder zu Höchstleistungen. Es blieben keine Genres der Blasmusik außen vor. Das Programm reichte vom „Disney Blockbuster“ arrangiert von John Higgins bis hin zu Mozart.

Der Musikverein hat in den fünf Jahren unter der Leitung von Burr viel an Kompetenz hinzugewonnen, ist zu einem Vorzeige-Ensemble geworden. Dies wurde vor allem in den technisch anspruchsvollen Passagen deutlich. Im „Kometenflug“ von Alexander Pflüger gab’s einen Marsch, garniert mit sanfter Rhythmik und harmonischer Intonation. Die Registerfähigkeit war auf die Probe gestellt in den „Lichtblicken“ von Kurt Gäble. Alle Register bewiesen modulative Kompetenz. Im „Monumentum“ vom Martin Scharnagel meisterten die Musikerinnen und Musiker die geforderten Tempi und Stimmungsbilder. Tiefgang und fein eingestreute Piano-Elemente hielten den Spannungsbogen hoch.

Die Einladung ins „Weiße Rössl“ am Wolfgangsee nahm das Publikum gerne an. „Die ganze Welt ist himmelbau“, „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein“ oder „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“. Hans-Gerd Burr schlüpft in die Rolle des Animateurs, die Zuhörer klatschen im Rhythmus.

Als Moderator fungierte Markus Wingert.

© Schwäbische Post Hr. Schell 04.12.2018 
 
 

Adventskonzert – spannender als ein Krimi

Spannender als ein Krimi ist das Adventskonzert der Stadtkapelle Oberkochen in der Dreißentalhalle gewesen. Gemeint ist in diesem Fall nicht das durchaus anspruchsvolle und lebendige musikalische Programm, sondern die Gemütslage von Dirigent Hans-Gerd Burr. Dieser wollte an diesem Abend eigentlich seinen Rücktritt verkünden, doch während des Konzerts und nach seinen eigenen Ausführungen zufolge „heftigen Blickkontakten“ mit seiner Frau hat er sich anders entschieden.

„Ich mache weiter, aber reißt euch zusammen“, sagte Burr zu den Musikern. Und so spielte die Stadtkapelle zum Finale anstatt der eigentlich vorgesehenen Hymne „Time to say good by“ als Happy-End das fröhliche „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“.

Was auch immer der Dirigent mit „Reißt euch zusammen“ gemeint haben mag, zumindest an diesem Abend legten sich die Musiker zwei Stunden lang gehörig ins Zeug. Die Musikkapelle erwies sich als homogener Klangkörper, spielte diszipliniert und bewältigte auch schwierige Tonpassagen mit Bravour. Die Handschrift von Hans-Gerd Burr, der seit fünf Jahren in Oberkochen den Taktstock schwingt, war unverkennbar.

Den Einstieg in das von Markus Wingert moderierte Programm bildete der spannungsgeladene Konzertmarsch „Kometenflug“ von Alexander Pfluger. Die „Lichtblicke“ von Kurt Gäble forderten der Musikkapelle viel ab. Es galt, Tempo- und Rhythmuswechsel zu bewältigen und das melodiöse Grundthema transparent zu gestalten.

Das Musikstück „Monumentum“ von Martin Scharnagel machte seinem Namen alle Ehre. Feierliche Choräle wechselten sich ab mit dem tänzerischen Allegro, lebendigen Elementen und Popballaden.

Einen anderen, nicht minder reizvollen Charakter hatten Evergreens aus dem Singspiel „Im Weißen Rössl“. Dabei musizierte die Stadtkapelle locker und fröhlich. Majestätische und kraftvolle Elemente belebten den historischen Marsch „Herzog von Braunschweig“, bevor sich die Stadtkapelle mit „Glasnost“ von Dizzy Stratford der russischen Musik widmete.

„Canta Napole“ von Lorenzo Bocci erzählte vom temperamentvollen Leben in Neapel, bei den Musicalmelodien aus „Mozart“ brillierte Nicolai Schurr als Solist am Saxofon und bei der Filmmusik „Disney Blockbuster“ zog das Blasorchester nochmals alle Register seines Könnens.

Eine von Lisa Vöhringer vorgetragene Geschichte und das von der Stadtkapelle intonierte Lied „Herbei Oh ihr Gläubigen“ stimmten auf die Vorweihnachtzeit ein.

© www.Schwäbische.de Hr. Hügler 02.12.2018