Stadtkapelle begeistert mit Welthits (Jahreskonzert 2018)

Kirchenkonzert Der Musikverein Oberkochen spannt einen weiten musikalischen Bogen. Das Programm reißt das Publikum mit und ist Synonym für die frohe Botschaft Gottes.

 

Das „Guten Abend, gute Nacht“ von Alexander Stütz ist verklungen, da setzt kaum enden wollender Beifall ein. Danach bringt es ein älterer Konzertbesucher auf den Punkt: „Das war ein Volltreffer, da hat alles gepasst.“

Ein Festival der Blasmusik auf Topniveau haben die Musikerinnen und Musiker um Dirigent Hans-Gerd Burr serviert und dabei kein Genre ausgelassen. Zu Beginn des Konzerts verspricht Musikverein-Vorsitzender Thomas Capek, „Frühling, Sonne, Blumen und gute Laune“ in die Kirche zu bringen. Versprochen ist versprochen. Der Konzertmarsch „Sympatria“ von Thomas Asanger thematisiert, dass Heimat dort ist, wo der Mensch sich wohlfühlt. Dabei wird dem Zusammenhalt Stärke verliehen. Dies tun die Musikerinnen und Musiker appellativ, flüssig und mit differenzierter Modulation.

Die Reise geht dann in Schwedens Hauptstadt Stockholm zum „Waterfestival“ mit einem bunten Mix aus Pop, Rock und Gospel-Feeling. Blitzsauber zaubert die Stadtkapelle einen musikalischen Bilderbogen in die herrliche Akustik des Kirchenraums. Vor allem bei den getragenen Elementen weiß die Truppe des wie immer schwungvoll und locker dirigierenden Hans-Gerd Burr durch Ausdruckskraft und Harmonie zu überzeugen.

Burr ist Stadtführer und Klangbildner in Personalunion. Wer kennt sie nicht, die Ohrwürmer von „Flower Power“ aus den 1960ern in Kalifornien. „Monday Monday“, „Morning has broken“ oder eben „San Francisco“. Sensibilitäten und Träumereien werden von den Registern des Ensembles in fülliger Dichte, fetzig, aber auch mit Tiefgang verzahnt.

Das war ein Volltreffer, da hat alles gepasst.

Ein Konzertbesucher

Hans-Gerd Burr mimt André Rieu, der den weltberühmten „Walzer Nr. 2“ von Dimitri Schostakowitsch zu einem seiner Lieblingsstücke auserkoren hat. Flower-Power und Walzer im Dreiviertel-Takt hört man in der Kirche nicht alle Tage. Die Zuhörer schunkeln, die Stadtkapelle zeigt, was sie zu leisten vermag.

Die Kontrapunkte sorgen zudem für Spannung im Kirchenraum. Das Rock-Musical „Hair“ gerät zum rhythmischen Glanzlicht, das von differenzierten Tempi-Effekten gezündet ist und mitreißend intoniert wird.

Strahlkraft und Würde begleiten schließlich den Beitrag „Wo Menschen sich begegnen“.

Schade drum, dass das Top-Wetter wohl „schuld“ war an keinem besseren Konzertbesuch. Wer nicht da war, was versäumt. Doch der Musikverein ist wieder zu hören: am 21. Mai ab 10.30 Uhr beim Pfingstmarkt auf dem Schulhof der Dreißentalschule. Freuen darf sich auch der katholische Kindergarten St. Michael; der erhält den freiwilligen Obolus der Konzertbesucher.

© Schwäbische Post 07.05.2018 17:10