Jubiläumskonzert 90 Jahre Musikverein Stadtkapelle Oberkochen am 13.05.2017

 Schwäbische Post 14.05.2017:

Ein begeisterter Besucher des Jubiläumskonzerts „90 Jahre Stadtkapelle Oberkochen“ sagt zur Pause: „Der Dirigent hat aus dem Ensemble unheimlich viel gemacht.“ Gemeint ist Hans-Gerd Burr und Recht hat der Mann. Bürgermeister Peter Traub antizipierte das grandiose Jubiläumskonzert in seinem Grußwort schon vorher, als er sagte: „Die spielen in der obersten Liga ganz vorne.“

Moderator Markus Wingert entführte in 90 Jahre Musikgeschichte, in 90 Jahre „Best of Musikverein“. Zuvor begrüßte Vorsitzender Thomas Capek die Gäste in der Dreißentalhalle, dankte jenen 14 altvorderen Gründungsmitgliedern, die dem Musikverein anno 1927 zur Geburt verholfen hatten. „Ich bin stolz, Vorsitzender dieses Vereins zu sein, weil in 90 Jahren Unglaubliches für die Musik, für die Gemeinschaft, für die Stadt und für unser Zusammenleben geleistet worden ist“, sagt Capek.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Musikerinnen und Musiker bereits die „Irving Berlin Showstoppers“ ans Ohr der Besucher gebracht. Fanfarig, großflächig und beschwingt. Quasi ein Geburtstagsständchen hausgemacht. Mal launig, mal peppig, ein Auftakt nach Maß.

Bürgermeister Peter Traub würdigt die Leistung der Stadtkapelle für die europäische Verständigung im Zeichen der Partnerstädte Montebelluna und Dives-sur-mer. „Die Stadtkapelle ist vor 90 Jahren als Lust an der Musik entstanden und diese Lust ist noch heute zu spüren“, betonte Traub und er fügte hinzu: „Schon seit vielen Jahren spielt unsere Stadtkapelle in der obersten Liga im Ostalbkreis mit.“ Die Städtepartnerschaft habe man mit einer Sprache auf den Weg gebracht, die jeder verstehe.

Die spielen in der obersten Liga ganz vorne.

Peter Traub über die Stadtkapelle Oberkochen

Es sind die Kontrapunkte und der nie abebbende Spannungsbogen, die das Jubiläumskonzert zum Ohrenschmaus machen. „Die Schöne und das Biest“ erklingt, ein Highlight, das der Stadtkapelle passgenau, wie es scheint, ins Notenblatt geschrieben ist. Man taucht ein in den „Marsch der Titanen“ und da gerät nicht nur die Kapelle ins „Swing-Fieber“. Auch der „Direx“ Hans Gerd Burr wird zum Bewegungsbündel. In seiner unnachahmlichen Art versteht er es, seine Truppe mitzureißen, was Moderator Markus Wingert mit „Unser King Hans-Gerd“ kurz und treffend skizziert. Beim „Elvis-Medley“ lässt er die Hüften kreisen und das Ensemble läuft zur Höchstform auf.

Begeistert ist das Publikum bei der Reminiszenz an ABBA und blasmusikalisches Feingefühl, modulatives Geschick und Ausdrucksvermögen beweisen das Burr-Ensemble auch im klassischen Genre, als Puccinis „Turandot“ zu Gehör gebracht wird.

Die einzelnen Register sind stark besetzt, Harmonie und Zusammenklang lassen keine Wünsche offen. „Oh happy day“ erklingt zum Schluss, Name und Programm, ein wundervoller Abend geht zu Ende.

Der Jubelabend gilt aber nicht nur der Akustik, die optischen Schmankerl gibt’s mit Power-Point und Aufnahmen aus 90 Jahren prallvoller Vereinsgeschichte obendrauf.

© Schwäbische Post 14.05.2017 19:48

 

 

Schwäbische Post 10.05.2017:

Der Musikverein als Kulturträger der Stadt kann auf viele konzertante Glanzpunkte zurückblicken. „Ich danke ausdrücklich den Altvorderen und heute Aktiven für ihr Engagement.“ Das sagt Vorsitzender Thomas Capek anlässlich von 90 Jahren Vereinsgeschichte.

Der Musikverein zählt aktuell 40 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Hans-Gerd Burr und zählt 260 passive Mitglieder. 1927 war der Verein im „Hirsch“ von 14 Mitgliedern ins Leben gerufen worden. Im gleichen Jahr gab es schon das erste Wertungsspiel.

Bis zum 2. Weltkrieg wuchs der Musikverein kontinuierlich. 1968 wurde er zur „Stadtkapelle“ ernannt.

Der Musikverein wurde eine angesehene kulturelle Institution nicht nur in Oberkochen, sondern auch im damaligen Musikbezirk „Kocher-Brenz.“ Viele Freundschaften wurden geknüpft, die Teilnahme an Wertungsspielen und Musikfesten war sehr rege. All das ist in der Vereinschronik zu lesen.

Nicht unerwähnt lässt der Vorsitzende viele Gemeinschaftskonzerte, eine Sendung mit dem Süddeutschen Rundfunk, den Festumzug anno 1963 auf dem Cannstatter Volksfest und die musikalische Begleitung der „Deutschlandwanderung“ mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Carl Carstens.

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens trat der Musikverein in einer neuen Uniform auf – Blau und Gelb, die Stadtfarben Oberkochens.

Ohne Hans-Jürgen Kresse würde es die Städtepartnerschaft nicht geben.

Thomas Capek
Vorsitzender des Musikvereins

Bis heute ist die Stadtkapelle in Oberkochen ein fest verwurzelter Verein, der die festen Termine wie Stadt- und Kinderfest, Fronleichnam, Pfingsten und Weihnachten mit seinen Klängen begleitet. Nicht zu vergessen die eigenen Konzerte und Benefizkonzerte.

Der Jubelverein – und dies ist ein Kernpunkt – hat in der festen Bindung mit der Partnerstadt Dives-sur-mer Geschichte geschrieben. „Ohne den damaligen Vorsitzenden Hans-Jürgen Kresse würde es diese Partnerschaft nicht geben“, sagt Thomas Capek. Anfangs der 1980er Jahre wurde aus einer Urlaubsbekanntschaft die Freundschaft zur Partnerschaft mit der Stadt in der Normandie geknüpft, Vorreiter hierbei waren Karl-Maria Riede und Jean-Pierre Boulanger aus Dives, die sich im Urlaub kennengelernt hatten. Riede knüpfte den Kontakt zum damaligen Vorsitzenden des Musikvereins, dem allzu früh verstorbenen und unvergessenen Hans-Jürgen Kresse.

Es entwickelte sich eine enge musikalische Freundschaft zwischen Dives-sur-mer und der Stadtkapelle. Zahlreiche Fahrten nach Dives mit Konzerten folgten, oft mehrmals im Jahr. Bis heute besteht die Freundschaft mit regelmäßigen Besuchen und Konzerten.

Der Musikvereins-Vorsitzende lässt nicht außen vor, dass „wir, wie jeder andere Verein auch, zwischendrin mit Tiefen zu kämpfen hatten. Das Wichtigste ist, dass wir immer wieder aufgestanden sind und heute nach 90 Jahren gute Blasmusik machen“, resümiert Capek.

Der Verein stehe heute finanziell gesund da und Dirigent Hans-Gerd Burr, der seit drei Jahren am Pult steht, habe dem Musikverein enormes Profil verliehen, so der Vorsitzende. Für viele Oberkochener ist der Musikverein Herzensangelegenheit.

© Schwäbische Post 10.05.2017 17:34